Königspython als Haustier: Haltung & Pflege

Königspython – Nahaufnahme

Du überlegst, ob eine Königspython zu dir passt? Sie ist eine ruhige, faszinierende Schlange, braucht aber Platz, Technik und tägliche Aufmerksamkeit. Ein gut eingerichtetes Terrarium, stabile Temperaturen und Verstecke sind Pflicht. Du verpflichtest dich für viele Jahre, regelmäßig zu füttern, zu kontrollieren und zu reinigen. Wenn dich Verantwortung nicht abschreckt und du die Bedürfnisse verstehst, kann die Königspython ein großartiges Haustier sein.

Was sollte ich wissen, bevor ich mir eine Königspython zulege?

Königspythons können 20–30 Jahre alt werden, oft um die 25 Jahre. Du brauchst täglich ein paar Minuten für Kontrolle von Temperatur, Luftfeuchte und Wasser. Wöchentlich kommen Fütterung, Reinigung und Beobachtung hinzu. Plane einen ruhigen Standort ohne direkte Sonne und Erschütterungen.

Tipp: Checkliste vor dem Kauf

  • Budget für Anschaffung, Technik, Tierarzt und Rücklagen geklärt
  • Reptilienkundigen Tierarzt in erreichbarer Nähe gefunden
  • Terrarium (mind. 120×60×60 cm für Adulte) fertig eingerichtet, Technik getestet
  • Thermostat, verlässliche Stromversorgung und ggf. Zeitschaltuhr vorhanden
  • Quarantäne-Box für Neuankömmlinge vorbereitet
  • Seriöse Bezugsquelle mit Herkunftsnachweis ausgewählt
  • Futtertiere (Frost) und Zange besorgt, Gefrierfach vorhanden

Was kostet die Haltung einer Königspython?

Die einmaligen Kosten fallen vor allem für Terrarium, Technik und Einrichtung an. Laufend zahlst du für Strom, Futter, Substrat und Rücklagen für den Tierarzt. Die Spannbreite hängt von Qualität der Technik und deiner Stromsituation ab.

  • Einmalige Kosten (Richtwerte): Terrarium 150–400 €, Heizquelle(n) 40–150 €, Thermostat 30–100 €, Beleuchtung 30–120 €, Messgeräte (digital) 20–60 €, Verstecke/Äste/Pflanzen 40–150 €, Wasserschale/Schalen 10–40 €.
  • Laufende Kosten pro Monat: Strom ca. 10–25 € (je nach Wärmebedarf und Tarif), Futter 10–30 €, Substrat/Laub 5–20 €, Tierarzt-Rücklage 10–20 € (jährlich 120–240 € einplanen).

Qualitativ gute, sichere Technik spart langfristig Nerven und oft auch Strom. Plane außerdem Transportbox, Reinigungsmittel und Ersatzteile ein.

Wo kann ich eine gesunde Königspython kaufen?

Bevorzuge in Menschenhand nachgezüchtete Tiere von seriösen Züchtern oder Pflegestellen. Frage nach Fütterungshistorie, Herkunftsnachweis und wann das Tier zuletzt gefressen und sich gehäutet hat. Wildfänge sind stressanfälliger und oft krankheitsbelastet.

  • Gute Zeichen: klares Maul und Nase, keine Bläschen, fester Körper, saubere Kloake, keine Milbenpunkte, interessiert aber ruhig, frisst zuverlässig Frostfutter.
  • Warnzeichen: pfeifende Atmung, aufgeblähte oder eingefallene Stellen, festgeklebte Hautreste an Augen, Apathie, starkes Untergewicht, verweigertes Futter ohne Erklärung.
  • Dokumente: Herkunftsnachweis/Quittung immer mitnehmen und aufbewahren.

Wie sollte das Terrarium für eine Königspython aussehen?

Hinweis: Mit diesen Terrarien* schaffst du die ideale Grundlage, damit sich deine Königspython von Anfang an wohlfühlt.

Welche Größe braucht das Terrarium?

Für adulte Tiere gilt: mindestens 120×60×60 cm (L×B×H), größer ist besser. Jungtiere kannst du in strukturierten, sicheren Setups starten oder direkt im Endterrarium mit vielen Verstecken. Frontbelüftung und sichere Schiebetüren erleichtern Pflege und Beobachtung. Achte auf gute Querlüftung ohne Zugluft.

Was braucht eine Königspython im Terrarium?

  • Mehrere enge Verstecke auf der warmen und kühlen Seite
  • Wasserschale groß genug zum Einrollen, täglich frisch
  • Äste, Korkröhren und robustes Grün für Deckung und Klettern
  • Strukturierte Rückwand/Trennungen für Sichtschutz
  • Zuverlässige Messtechnik: digitale Thermometer/Hygrometer

Welche Beleuchtung braucht eine Königspython?

Ein 10–12-stündiger Tag-Nacht-Rhythmus mit moderater Grundbeleuchtung reicht meist. Helles, indirektes Licht (z. B. LED) sorgt für Orientierung, ohne zu überhitzen. Niedrig dosiertes UVB (z. B. 2–5 %) kann sinnvoll sein, muss aber so installiert werden, dass keine Überhitzung entsteht. Beleuchtung immer so montieren, dass die Schlange keinen direkten Kontakt zu heißen Teilen hat.

Braucht eine Königspython eine Wärmelampe?

Ja, du brauchst eine zuverlässige Wärmequelle, um ein Temperaturgefälle zu erzeugen. Geeignet sind Keramikstrahler oder Heizmatten/-kabel, jeweils zwingend über Thermostat geregelt. Wärme nur auf einer Seite anbieten, damit die kühle Zone erhalten bleibt. Keine „Heizsteine“ verwenden, Verbrennungsgefahr!

Welche Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind ideal?

BereichTemperatur TagTemperatur NachtHinweis
Kühle Seite24–26 °C22–24 °CSchattig, gut belüftet
Warme Seite28–30 °C24–26 °CNähe zur Wärmequelle
Hotspot31–33 °CUnter Aufsicht, nicht flächig
Luftfeuchte50–60 %50–60 %Während Häutung 60–70 %

Steuere Wärmequellen immer mit Thermostat und kontrolliere mit digitalen Fühlern an beiden Seiten. Erhöhe die Feuchte bei Häutung mit einer feuchten Box oder vorsichtigem Sprühen. Dauerhaft nass oder stickig sollte es nicht sein.

Wie gestaltest du den Boden und die Verstecke?

Als Bodengrund eignen sich Kokoshumus, ungedüngte Erde mit Laub, Rindenmulch oder Mischungen, 5–10 cm tief. Vermeide harzhaltige/duftende Hölzer (z. B. Zeder) und zu staubige Substrate. Wichtig sind mehrere enge, dunkle Verstecke – jeweils auf warm und kühl. Eine feuchte Höhle mit Sphagnum-Moos unterstützt die Häutung.

Ein strukturierter Bodengrund und sichere Rückzugsorte sorgen für Ruhe und Sicherheit – diese Verstecke & Bodenprodukte* haben sich in der Haltung von Königspython bewährt.

Wie gewöhnt sich eine Königspython an ihr neues Zuhause?

Lass die Schlange in den ersten 1–2 Wochen weitgehend in Ruhe, nur Wasser wechseln und Werte prüfen. Füttere frühestens nach 7–10 Tagen, wenn sie ruhig erkundet und normale Körperhaltung zeigt. Vermeide laute Geräusche, Vibrationen und häufiges Öffnen. Notiere Gewicht und Beobachtungen wöchentlich.

Wie oft sollte ich meine Königspython füttern?

Jungtiere fressen etwa alle 5–7 Tage, adulte Tiere alle 7–14 Tage. Passe die Intervalle an Kondition, Jahreszeit und Aktivität an. Niemals lebend füttern – Frostfutter hygienisch auftauen und körperwarm anbieten.

Ob Frost- oder Lebendfutter – die richtige Vorbereitung ist entscheidend. Diese Futterprodukte & Zubehör* helfen dir, deine Königspython artgerecht zu versorgen.

Was frisst eine Königspython?

Geeignet sind Frostmäuse oder -ratten in passender Größe (etwa so breit wie der dickste Körperteil). Erwärme die Beute auf ca. Körpertemperatur und biete sie in der Dämmerung mit einer Zange an. Füttere in Ruhe und ohne Störung von außen.

Wie erkenne ich, dass sie keinen Hunger hat?

Wenn sie sich abwendet, im Versteck bleibt oder die Beute ignoriert, ist oft kein Hunger da. Vor der Häutung oder bei suboptimalen Temperaturen werden Mahlzeiten häufig abgelehnt. Warte 7–10 Tage, optimiere die Haltungswerte und versuche es erneut. Behalte das Gewicht im Blick; kurze Fresspausen bei Adulten sind normal.

Wie bleibt meine Königspython gesund?

Woran erkenne ich Stress oder Krankheit?

Warnzeichen sind pfeifende Atmung, Bläschen an Nase/Maul, starkes Gähnen, fest sitzende Hautreste, Milchenpunkte (Milben), Wunden oder Durchfall. Deutlicher Gewichtsverlust, eingesunkene Flanken oder apathisches Verhalten sind ebenfalls auffällig. Häufiges Einrollen bei Annäherung kann Stress bedeuten.

Wann sollte ich zum reptilienkundigen Tierarzt?

Wenn die Schlange trotz optimaler Werte länger als 4 Wochen nicht frisst und abnimmt, sofort abklären. Ebenso bei Atemgeräuschen, Mundfäule, Verbrennungen, massiven Hautproblemen, Augenabdeckungen, Prolaps oder Verletzungen. Suche gezielt eine Praxis mit Reptilienerfahrung auf und nimm Haltungsdaten mit.

Wie halte ich alles sauber und sicher?

Wie reinige ich das Terrarium richtig?

Entferne Kot, Urate und verschmutzte Stellen täglich („Spot-Cleaning“) und wechsle Wasser täglich. Tausche Teilbereiche des Substrats regelmäßig aus, Grundreinigung alle 4–6 Wochen. Nutze reptiliengeeignete Reiniger/Desinfektion, spüle gründlich und trockne alles, bevor die Schlange zurückkommt.

Was sollte ich beim Umgang beachten?

Bewege dich ruhig, stütze den Körper mit beiden Händen und greife nie von oben über den Kopf. Nicht kurz vor oder 48 Stunden nach dem Füttern anfassen. Achte auf klare Signale: zieht sie sich zurück, beende den Kontakt. Kinder nur unter Aufsicht und kurze, stressarme Kontakte.

Wie schütze ich mich und andere vor Keimen?

Wasche dir nach jedem Kontakt die Hände mit Seife. Nutze separate Zangen, Schalen und Reinigungsutensilien nur fürs Terrarium. Futtertiere hygienisch lagern und zubereiten, Küchenflächen schützen und desinfizieren. Immungeschwächte Personen und kleine Kinder sollten keinen direkten Kontakt haben.

Wie alt wird eine Königspython?

Mit guter Haltung, passender Ernährung und wenig Stress werden Königspythons häufig 20–30 Jahre alt. Konstante Temperaturen, ausreichend Verstecke und sauberes Wasser sind entscheidend. Ein moderates Fütterungsregime hält sie in guter Kondition und beugt Fettleibigkeit vor.

Was ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz rechtlich wichtig?

Königspythons unterliegen dem Artenschutz (CITES Anhang II / EU Anhang B). Bewahre den Herkunftsnachweis und Kaufbelege sicher auf. Prüfe lokale Vorschriften zu Meldepflichten und Mindestanforderungen.

  • Deutschland: je nach Bundesland können Anzeigen bei der Behörde erforderlich sein; Nachzucht und Herkunftsnachweis sind Standard.
  • Österreich: Tierschutzgesetz und 2. Tierhaltungsverordnung regeln Mindestmaße und Haltungsvorgaben.
  • Schweiz: Tierschutzgesetz/Verordnung (TSchV) mit Mindestanforderungen; kantonale Meldepflichten möglich.

Welche Fehler machen Halter am häufigsten?

  • Kein echtes Temperaturgefälle oder fehlender Thermostat
  • Zu wenige enge Verstecke und zu wenig Struktur
  • Zu frühes oder häufiges Anfassen, besonders nach Fütterung
  • Unpassende Beutegröße oder lebende Fütterung
  • Dauerhaft falsche Luftfeuchtigkeit (zu trocken oder zu nass)
  • Unregelmäßige Kontrollen von Wasser, Technik und Hygiene

Wie sieht ein guter Pflegeplan aus?

  • Täglich: Temperaturen/Luftfeuchte prüfen, Wasser wechseln, Sichtkontrolle, Kot entfernen.
  • Wöchentlich: Fütterung nach Alter/Kondition, Gewichtskontrolle, Substrat stellenweise tauschen, Technik prüfen.
  • Monatlich: Grundreinigung/Desinfektion, Einrichtung überprüfen/ergänzen, detaillierte Haltungswerte protokollieren.

Wo findest du gute Informationen über Königspython?

  • RSPCA Care Sheet: Royal Python – https://www.rspca.org.uk/documents/1494939/7712578/Royal%2Bpython%2Bcare%2Bsheet%2B%28PDF%2B322KB%29/90f319f3-4349-434c-bf82-6d7a3c4c872e?download=true&t=1554718268987&version=3.0&utm_source=chatgpt.com
  • The Reptile Database (Python regius) – https://reptile-database.reptarium.cz/species?genus=Python&species=regius
  • DGHT – Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde – https://www.dght.de
  • Schweizer Tierschutz STS – Informationen zur Reptilienhaltung – https://www.tierschutz.com

Königspython

Python regius

Der Königspython (Python regius) ist eine eher scheue, nicht giftige Python aus West- bis Zentralafrika. Er benötigt ein gut strukturiertes Terrarium mit stabilem Temperaturgefälle (Hotspot 31–33°C) und 50–60% Luftfeuchte; gefüttert wird mit frostaufgetauten Nagern im Wochenrhythmus.

Nicht giftigEinsteiger

Basisdaten

Familie / GattungPythonidae
VerbreitungWest- bis Zentralafrika: v. a. Ghana, Togo, Benin und Nigeria; auch Kamerun und angrenzende Savannen-/Waldrandgebiete
Größe (cm)120
Lebenserwartung (Jahre)25
Temperamentruhig
GiftigkeitNein
Haltungs-LevelEinsteiger

Haltung & Umgebung

Terrarium (empf.)mind. 120×60×60 cm (L×B×H) für adulte Tiere; größer ist besser
Temperatur (°C)Temperaturgefälle: kühl 24–26°C, warm 28–30°C, Hotspot 31–33°C; nachts 22–26°C
Luftfeuchte (%)50–60% (während der Häutung 60–70%)

Ernährung & Verhalten

FutterFrost-/aufgetaute, passende Mäuse/Ratten; Jungtiere alle 5–7 Tage, Adulte alle 7–14 Tage; niemals lebend füttern
Verhaltendämmerungs-/nachtaktiv, bodenorientiert, scheu; rollt sich bei Stress ein; benötigt mehrere Verstecke, Struktur und Klettermöglichkeiten

Fortpflanzung & Schutz

Fortpflanzungovipar; 3–11 Eier pro Gelege; Inkubation ca. 55–60 Tage bei ~31–32°C; Geschlechtsreife i. d. R. mit 2–3 Jahren
Gefährdungsstatusnicht gefährdet